Was ist der Unterschied zwischen Rheuma und Gicht?

Rheuma und Gicht werden bisweilen verwechselt, doch es gibt Unterschiede zwischen beiden Erkrankungen. Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern, was sich auch auf die umliegenden Knochen und die Niere ausweiten und mit Nierenversagen enden kann. Ursächlich können eine vorgeschädigte Niere, eine geschädigte Erbanlage oder Krankheiten sein, bei denen vermehrt Zellen zerfallen. Anders als Rheuma steht Gicht im Zusammenhang mit einem höheren Lebensstandard und ausschweifenden Ess- und Trinkgewohnheiten, beispielsweise durch den übermäßigen Verzehr von Fleisch und einem hohen Alkoholkonsum.

Rheumatische Erkrankungen basieren auf einer Fehlsteuerung der körpereigenen Abwehr, die sich gegen den eigenen Körper wendet. Das Immunsystem greift die Gelenke, verschiedene Gewebe wie Augen, Haut, Speichel- und Tränendrüsen und auch Organe wie Herz und Lunge an, wobei die genauen Ursachen für diese Störung bis heute nicht vollständig geklärt sind. Die Folge ist eine chronische Entzündung in den Gelenken, die Schwellungen und auch Schmerzen verursachen. Anders als bei der Gicht sind beim Rheuma über die Gelenke hinaus die Knochen allgemein betroffen, ebenso die Muskeln sowie Organfunktionen.