Ernährung bei Rheuma

TrennkostRund 40 Prozent der unter rheumatischen Erkrankungen leidenden Patienten sind fehl- oder mangelernährt. Eine Mangelernährung kann für den ohnehin durch die rheumatische Erkrankung beeinträchtigten Körper eine weitere Schwächung bedeuten. Dabei ist ein gut ausbalancierter Körper gerade für Rheumatiker wichtig, insbesondere Übergewicht belastet die von Rheuma betroffenen Gelenke zusätzlich. Da sich Patienten mit rheumatischen Beschwerden oftmals weniger bewegen um Schmerzen zu vermeiden, kommt es dagegen häufig zu einer Gewichtszunahme. Um insgesamt eine Verbesserung der Krankheitssymptome zu erzielen oder die Krankheit aufzuhalten, ist gesundheitsbewusste Ernährung eine tragende Säule zur Unterstützung der Rheumabehandlung.

Die Bedeutung der Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen

Die Bedeutung der Ernährung bei Rheuma wird zwar unterschiedlich beurteilt, gerade bei der rheumatoiden Arthritis gibt es deutliche Hinweise, dass sich eine Ernährungsweise mit wenig Tierfetten und vielfach ungesättigten Fettsäuren lindernd auf Schmerzen und Entzündungen auswirken kann.

Ungesättigte Fettsäuren können eine rheumatische Arthritis lindern

In Studien nachgewiesen ist, dass eine Ernährung mit einem erhöhten Anteil an vielfach ungesättigten Fettsäuren die Symptome einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung abschwächt. Die Anzahl der geschwollenen Gelenke sinkt und die Morgensteifigkeit verringert sich ebenso wie der Schmerz, wodurch sich die Dosis an Entzündungshemmern reduzieren lässt. Allerdings führt eine erhöhte Zufuhr von vielfach ungesättigten Fettsäuren nicht bei allen Patienten zu dem gewünschten, positiven Ergebnis.

Tierische Eiweiße meiden

Bei manchen Patienten führt der Verzicht von tierischem Eiweiß zu einer symptomatischen Besserung der entzündlich rheumatischen Erkrankung, wobei die Krankheitsaktivität selbst nicht durch die Maßnahme beeinflusst wird. Auch die Umstellung auf vegane Nahrungsmittel führt bei manchen Patienten zu einer subjektiven Verringerung der Krankheitssymptome, nicht jedoch zu einer Verbesserung oder Heilung der Krankheit an sich.

Für ausreichend Vitamine und Spurenelemente sorgen

Bei Patienten mit einer hohen Krankheitsaktivität und einem schlechten Allgemeinzustand findet man oftmals Zeichen einer Mangelernährung, die sich in einem zu niedrigen Spiegel von Kalzium, Folsäure, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin B 6 zeigen sowie in einem Mangel an den Spurenelementen Selen, Magnesium, Zink und Kupfer. Ziel einer veränderten Ernährungsweise sollte deshalb sein, die Defizite an Mineralstoffen und Vitaminen wieder auszugleichen.

Verträglichkeit ist wichtig

Nicht immer wird eine Ernährungsumstellung von allen Patienten gleich gut vertragen. So kann sie bei manchen Schwindel und Durchfälle verursachen, was insoweit problematisch ist, da die meisten Rheuma-Diäten bestimmte Nahrungsmittel einfach weglassen. Wer auf strenge vegetarische oder vegane Kost umstellt sollte gute Kenntnisse hinsichtlich der Zusammenstellung der Nahrungsmittel und ihrer Zubereitung haben. Das ist wichtig um Mangelerscheinungen zu vermeiden ebenso wie den Abbau von Muskeln, die zur Stabilisierung des Körpers notwendig sind. Eine Nahrungsumstellung kann auch zu einer Schwächung des Immunsystems führen oder zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte.

Das Essen genießen

Insgesamt sollten Rheumapatienten ihre Ernährung nicht zu dogmatisch sehen, da rheumatische Erkrankungen ohnehin mit einem hohen Verlust an Lebensqualität einhergehen. Und so gibt es Patienten, die Schuldgefühle haben, weil sie trotz der rheumatischen Erkrankung Kaffee trinken sowie Fleisch und Wurst essen und gelegentlich ein Glas Wein oder Bier trinken. Eine gesunde Lebensführung ist gut und wichtig, aber auch für Rheumapatienten sollte das Leben noch genussvoll sein.

Welche Lebensmittel sind gut, welche sollten gemieden werden

Die Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure, die in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten ist, wurde als entzündungsfördernder Inhaltsstoff ausgemacht. Sie zu vermeiden, ist ein wichtiger Punkt in der Ernährung bei Rheuma. Omega-3-Fettsäuren hingegen sind gesundheitsfördernd. Ebenso sind Calcium-haltige Lebensmittel wichtig, da sie die Gefahr einer Osteoporose, die oft Rheumapatienten zusätzlich belasten, mindern kann.

Die Arachidonsäure fördert Entzündungen

InnereienDie Arachidonsäure zählt zu den Omega-6-Fettsäuren. Sie ist in die Zellwände aller Körperzellen eingebaut und befindet sich auch in den Zellen des Immunsystems. Bei einer zuckerreichen Ernährung und beim Verzehr von Kohlenhydraten, die im Vergleich zu Fett schnell abbaubar sind und zu einem raschen Blutzuckeranstieg führen, wird die Arachidonsäure bedingt durch Hormone vermehrt in die Zellen eingeschleust. Unterstützt durch oxidative Prozesse werden entzündungsvermittelnde Substanzen gebildet, die ein gesteigertes Schmerzempfinden hervorrufen und entzündliche Reaktionen fördern.

Einen hohen Anteil an Arachidonsäure hat Fleisch, wobei Schweineleber den höchsten Anteil hat, gefolgt von Leberwurst, Schweinefleisch, Rindfleisch, Kalbfleisch und Huhn. Bei den Fetten sollte vor allem Schweineschmalz gemieden werden, während Diätmargarine und hochwertige Öle keine Arachidonsäure enthalten. Gleiches gilt für Molke sowie mageren Speisequark, während vor allem Eigelb und Camembert einen hohen und Kuhmilch einen geringeren Anteil an Arachidonsäure aufweisen. Vollkommen bedenkenlos verzehrt werden können Sojaprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Nüsse und Obst, die frei von Arachidonsäure sind.

Warum Omega-3-Fettsäuren so wichtig sind

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die wichtige Aufgaben erfüllen. Sie halten beispielsweise die Gefäße elastisch, verbessern die Fließfähigkeit der Blutkörperchen und halten die Blutfettwerte konstant. Wenn man auf tierische Koch- und Streichfette verzichtet, kann man den Bedarf an lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren über wertvolle pflanzliche Öle decken. Dazu gehören Walnussöl, Rapsöl, Sojaöl, Leinöl, Hanföl, Perilla-Öl und Chia-Öl, die teilweise nur im Reformhaus oder Naturkostläden erhältlich sind. Auch Fische sind reich an Omega-3-Fettsäuren, beispielsweise Makrele, Thunfisch, Hering, Lachs, Sardine, Aal, Scholle, Forelle und Karpfen.

Calcium als wichtigster Schutz gegen Osteoporose

16683Um bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen einer möglichen Osteoporose entgegenzuwirken ist es wichtig, den Speiseplan mit calciumhaltigen Nahrungsmitteln anzureichern. Gute Calciumlieferanten sind beispielsweise Milch und Milchprodukte sowie Käse und auch calciumhaltige Mineralwässer, wobei der tägliche Calciumbedarf eines Erwachsenen bei 1 bis 1,5 Gramm pro Tag liegt. Auch Gemüse ist ein wichtiger Calciumlieferant, wozu unter anderem Mangold, Lauch, Grünkohl, Spinat, Fenchel und Broccoli gehören ebenso wie Nüsse. Reich an Eiweiß, Mineralstoffen und wasserlöslichen Ballaststoffen sind vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Erbsen.

Ernährungstipps auf einen Blick

Zusammenfassend sind folgende Ernährungsregeln bei Rheuma sinnvoll:

  • Meiden Sie fettreiche tierische Lebensmittel wie Schweineschmalz, Innereien, Eigelb Butter, Sahne sowie fettreiche Wurst- und Käsesorten
  • Essen Sie zweimal in der Woche Fisch, bevorzugt Lachs, Hering, Thunfisch oder Makrele
  • Essen Sie höchstens zweimal pro Woche Fleisch und Wurst und achten Sie auf magere Sorten
  • Bauen Sie vegetarische Gerichte in Ihren Speiseplan ein
  • Essen Sie täglich Obst und Gemüse
  • Achten Sie auf Omega-3-Fettsäuren bei pflanzlichen Ölen: Vor allem Lein-, Walnuss-, Soja- und Rapsöl haben zusätzlich einen hohen Vitamin E Gehalt
  • Wählen Sie bei Calcium-Lieferanten wie Milch, Käse, Joghurt und Quark auf fettreduzierte Produkte
  • Meiden Sie Alkohol.